Aktuelles
28.11.2025
Gelegenheit zum Transfer: Workshop mit ReaDi
Zum BiSS-Transfer Community-Workshop am 18.11.2025 kamen über 20 Interessierte aus Bildungspraxis und -administration. Mabu Aghaei und Swantje Marks von der Humboldt-Universität in Berlin stellten die Arbeit des Projekts vor und gaben den Teilnehmenden die Gelegenheit, die Plattform kennen zu lernen.
Die Bedeutung des Vorlesens ist unbestritten – Vorlesen öffnet Türen: zu Sprache, zu Gefühlen, zu neuen Welten. Besonders taube und schwerhörige Kinder profitieren vom interaktiven Vorlesen – doch wie es zuhause und in Bildungseinrichtungen umgesetzt wird, ist bisher kaum erforscht.
Ziel des Projekts ReaDi – Reading Digital war es daher, eine kostenfrei zugängliche Plattform mit digitalen Bilderbüchern in Laut- und Gebärdensprache zu erstellen, die barrierereduziert und individuell anpassbar ist. Digitale Leseformate werden immer beliebter und in dieser Form können viele unterstützende Elemente angeboten werden. Die Bilderbücher auf ReaDi können nicht nur in Deutsch, Englisch, Arabisch und Türkisch gelesen und auch angehört werden sondern auch in Deutscher Gebärdensprache (DGS) geschaut werden. Zu jedem Buch gibt es Anregungen zum Erzählen über das Buch. Ein Glossar verzeichnet die wichtigsten Gebärden aus dem jeweiligen Buch. 29 Tutorials zeigen Eltern und pädagogischen Fachkräften, wie mehrsprachiges Vorlesen gelingt – in Frühförderung, Kita, Schule und Zuhause. Mit dem Trainingsprogramm können Fachkräfte Eltern dabei unterstützen, zu Hause vorzulesen. Gerade mehrsprachige Kinder, die erst geringe Kenntnisse in Deutsch haben, könnten von dem kostenfrei zugänglichen Angebot profitieren, so die Meinung unter den Teilnehmenden des Workshops.
Als Forschungsprojekt (Verbundprojekt der LMU München und der HU Berlin, gefördert vom BMBFSFJ) beschäftigen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei ReaDi auch mit der Wirkung ihres Angebots: Mabu Aghaei und Swantje Marks berichteten, dass ihre Evaluation der Beschäftigung mit den ReaDi-Angeboten ergab, dass pädagogische Fachkräfte und Eltern ihr Wissen über das Vorlesen signifikant steigern konnten. Zugleich stieg auch die Freude der Kinder beim Vorlesen. Taube und schwerhörige Kinder können vom interaktiven Vorlesen besonders profitieren, denn für sie ist es wichtig, möglichst früh einen Zugang zur DGS zu erhalten.
Ziel des Projekts ist es nun, möglichst viele Personen im Bildungsbereich zu erreichen, um das Angebot bekannt zu machen. Unter folgenden Link erreichen sie die Plattform mit den digitalen Bilderbüchern.