Aktuelles
29.10.2025
Interdisziplinärer Austausch zu Emotionen im Deutschunterricht
Die Abschlusstagung des Projekts Fühlen – Denken – Sprechen in der Grundschule (FDS-G) fand am 10. Oktober 2025 an der Universität Kassel statt. Sie markierte das demnächst anstehende Projektende und bot einen Rahmen für den interdisziplinären Austausch über aktuelle Forschungsergebnisse.
Neben weiteren Projekten der Förderlinie – SEM und ADIL – nahmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Deutschdidaktik teil, die dem offenen Call for Papers gefolgt waren. Das Team des FDS-Projekts präsentierte erste Ergebnisse aus drei Teilstudien: zum Sprachförderhandeln fortgebildeter Lehrkräfte (Videostudien), zum Emotionswortschatz in narrativen Texten von Grundschulkindern (Textanalysen) sowie zum Zusammenhang von Grammatikverständnis und Emotionswissen (quantitative Erhebung).
In der Mittagspause stellten Posterpräsentationen ergänzende Perspektiven auf das Thema Emotion und Sprache vor – etwa zu Emotionswahrnehmung in Schreibsettings, zu Emotionen im Bilderbuch, zu Trainings des Emotionswortschatzes und zu Zusammenhängen zwischen Emotionswortschatz und Erzählkompetenz.
Sprach- und literaturdidaktische Fragestellungen
Am Nachmittag vertieften zwei parallel laufende Sektionen sowohl sprach- als auch literaturdidaktische Fragestellungen. Diskutiert wurden unter anderem der Zusammenhang von Sprachförderung und Emotionen beim dialogischen Lesen, die Entwicklung von Emotionswissen im Zusammenhang mit Wortschatz, der Umgang mit Angst und negativen Gefühlen in der Kinderliteratur, die Bedeutung von Emotionen in der literarischen Rezeption sowie der Umgang mit Triggerwarnungen. Die anregenden Diskussionen zu den Vorträgen und Postern spiegelten das große Interesse an einer weitergehenden Erforschung der Rolle von Emotionen in den verschiedenen Lernbereichen des Deutschunterrichts wider.
Die Tagung ermöglichte die Vernetzung unterschiedlicher Disziplinen, die am Gegenstand „Emotionen in sprachlichen und literarischen Lernprozessen“ arbeiten. Die lebhaften Beiträge zeigten, wie produktiv sich emotionale, sprachliche und literarische Lernprozesse gegenseitig beeinflussen. Eine Fortsetzung des Austauschs in dieser Konstellation ist im Rahmen künftiger Veranstaltungen geplant.
Tagungsbericht: Prof. Dr. Miriam Langlotz