Aktuelles
15.12.2025
Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis: Was gelingt und was fehlt?
Auf der Transfertagung 2025 stellte Moritz Sahlender aus dem Meta-Team am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) zentrale Ergebnisse aus dem Metavorhaben Sprachliche Bildung in der Einwanderungsgesellschaft vor. Im Fokus stand die Frage, wie Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft und Praxis Transferprozesse erleben und welche Bedingungen deren Gelingen beeinflussen. Grundlage waren 18 leitfadengestützte Interviews aus den Projekten der Förderlinie, ausgewertet mittels qualitativer Inhaltsanalyse.
Der konsequente Vergleich der beiden Gruppen bildete die Grundlage, um gemeinsame und unterschiedliche Gelingensbedingungen sichtbar zu machen und strukturelle Hemmnisse im Transfer systematisch herauszuarbeiten. Dabei zeigte sich, dass Erwartungen an Zusammenarbeit, Erfolg und Anschlussfähigkeit teils stark variieren und dadurch Reibungen entstehen können.
Vertieft wurden vier häufig genannte Herausforderungen: die späte Einbindung der Praxis, begrenzte Mitgestaltungsmöglichkeiten, die geringe Übertragbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse in den pädagogischen Alltag sowie der Mangel an Zeit und Ressourcen in den Einrichtungen. Diese Befunde wurden theoriegeleitet eingeordnet und mit dem aktuellen Forschungsstand verknüpft.
Die im Vortrag aufgezeigten Ergebnisse der Interviews bildeten zudem die Grundlage und Vorbereitung für ein Surveyexperiment, das 2025 durchgeführt wurde. Damit konnte erstmals überprüft werden, welchen Einfluss die in den Interviews genannten Gründe auf die Bereitschaft zur Zusammenarbeit zwischen Praxiseinrichtungen und wissenschaftlichen Projekten haben. Das DIE wird die Daten nun umfassend aufbereiten und auswerten.
Beitrag: Moritz Sahlender