Transfer im Metavorhaben
Im Rahmenprogramm empirische Bildungsforschung haben Metavorhaben die Aufgabe, die Projekte der Förderlinie bei Transferaufgaben zu beraten und zu unterstützen.
Das Metavorhaben Sprachliche Bildung in der Einwanderungsgesellschaft hat unter anderem das Ziel, Forschung zu Transfer in den Projekten der Förderlinie durchzuführen sowie Projektergebnisse zielgruppengerecht in die Breite zu tragen.
Transferverständnis im Metavorhaben
Transferverständnis im Metavorhaben
Das Metavorhaben orientiert sich an den Befunden der internationalen Transfer- und Implementationsforschung. Dabei geht es darum, wie wissenschaftliche Erkenntnisse erfolgreich in die pädagogische Praxis gelangen können.
Wichtig ist uns das Prinzip der Ko-Konstruktion: Neues Wissen und neue Handlungsweisen entstehen gemeinsam – im Austausch zwischen Forschung und Praxis. Das Metavorhaben versteht Transfer als einen umfassenden Prozess. Dazu gehören die Verbreitung von Wissen, die Zusammenarbeit mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie die Unterstützung bei der Umsetzung in der Praxis.
Transfer bedeutet für uns, wissenschaftlich fundiertes Wissen so aufzubereiten und weiterzugeben, dass es nachhaltig die pädagogische Praxis verändern kann.
Dies alles gehört zur „Vermessung des Feldes“, wie sie Prof. Dr. Hans-Joachim Roth, Projektleiter und Koordinator des Teams am Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache an der Universität zu Köln, im folgenden Videointerview als eine Aufgabe des Metavorhabens darstellt.
Damschroder, L. J., Peikes, D., & Petersen, D. (2013). Using implementation research to guide adaptation, implementation, and dissemination of patient-centered medical home models. Rockville, MD: Agency for Healthcare Research and Quality.
van Dijk-de Vries, A., Stevens, A., van der Weijden, T., Beurskens, A. J. H. M. (2020): How to support a co-creative research approach in order to foster impact. The development of a Co-creation Impact Compass for healthcare researchers. PloS one 15 (10), e0240543. DOI: 10.1371/journal.pone.0240543.
Gräsel, C. (2010). Stichwort:Transfer und Transferforschung im Bildungsbereich. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, (13)1, 7-20. DOI 10.1007/s11618-010-0109-8
Graham, I. D., Logan, J., Harrison, M. B., Straus, S. E., Tetroe, J., Caswell, W. & Robinson, N. (2006). Lost in knowledge translation: Time for a map? The Journal of Continuing Education in the Health Profession, 26(1), 13–24.
Schrader, J., Hasselhorn, M., Hetfleisch, P. & Goeze, A. (2020). Stichwortbeitrag Implementationsforschung: Wie Wissenschaft zu Verbesserungen im Bildungssystem beitragen kann. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 23(1), 9–59.
Der Blick auf das Transferverständnis und die Transferaktivitäten der Projekte in der Förderlinie gehört zu den Aufgaben des Metavorhabens. Im Rahmen der eigenen Forschungstätigkeit untersucht eine Studie die Transferstrategien der geförderten Verbund- und Einzelprojekte in Interviews mit den Forschenden.
Zusätzlich will das Metavorhaben mit Transfer- und Kommunikationsaktivitäten und durch die Unterstützung der geförderten Projekte zum Wissenstransfer beitragen. Zu diesen Aktivitäten gehört auch die aktive Förderung und Integration der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Qualifikationsphasen.
Weitere Transferkanäle sind die Veranstaltungen, die das Metavorhaben organisiert, wie Jahrestagungen, Werkstatt-Gespräche, Herbstschulen und informelle Austauschformate sowie die Website und regelmäßig erscheinende Newsletter.
Alle Transferressourcen, die das Metavorhaben anbietet, finden Sie in diesem Handout (pdf).
Web-based Training zum Transfer in der Bildungsforschung
Für eine vertiefte Beschäftigung mit Fragen zu Transfer vor dem Hintergrund unterschiedlicher Forschungsfelder hat das Metavorhaben-Team ein web-based Training unter dem Titel Transfer verstehen, gestalten und kommunizieren entwickelt. Ziel des dreiteiligen web-based Trainings ist es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler insbesondere in Qualifizierungs- und frühen Karrierephasen in Transferprozessen zu stärken.
Ab sofort steht die erste Einheit „Transfer verstehen – Theoretische Grundlagen und Forschungsergebnisse zum Gelingen von Transfer auf Edulabs, der ILIAS-Plattform der Universität zu Köln, zur Verfügung. Sie können sich dort kostenfrei registrieren und das Angebot ausprobieren. Die Einheit führt in zentrale Konzepte und Befunde ein, greift typische Herausforderungen in Forschung-Praxis-Kooperationen auf und lädt dazu ein, das eigene Transferverständnis zu reflektieren. Das Training ist interaktiv gestaltet, arbeitet mit Impulsen aus unterschiedlichen Perspektiven und verbindet fachliche Inputs mit praxisnahen Aufgaben.
Was bedeutet Transfer in der sprachlichen Bildung?
Mittels Transfer soll evidenzbasiertes Wissen über sprachliche Bildung in die Praxis gelangen. Das praktische Handeln von Lehrkräften und die Unterrichtsentwicklung sollen von Forschungsergebnissen profitieren, um letztendlich zu einer besseren Bildung der Schülerinnen und Schüler beizutragen.
Transfer als mehrstufiger, kommunikativer Prozess
Der Transferprozess besteht in diesem Verständnis aus drei Elementen:
- Dissemination bedeutet die Verbreitung gesicherten evidenzbasierten Forschungswissens über spezifische Publikationsformate, die die Bedarfe der Zielgruppe berücksichtigen (z.B. Publikationen, Tagungen u.ä.)
- Multiplikation bezeichnet die gezielte Weitergabe gesicherten Wissens und den Aufbau passender Kompetenzen im Rahmen der Qualifizierung von Fachkräften im (schulischen) Bildungswesen
- Implementation steht für die systematische Anwendung erfolgreich wissenschaftlich überprüfter Methoden, Materialien oder Konzepte.
Dissemination und Multiplikation sind Voraussetzung für eine gelingende Implementation.
Gogolin, I., Dirim, I., Klinger, Th., Lange, I., Lengyel, D., Michel, U., Neumann, U., Reich, H. H., Roth, H.-J. & K. Schwippert (2011). Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund FörMig. Bilanz und Perspektiven eines Modellprogramms. Waxmann.
Gogolin, I., Hansen, A., McMonagle, S. (2021). Koordinierungsstelle "Sprachliche Bildung und Mehrsprachigkeit" (KoMBi). Abschlussbericht zur Förderperiode 3, Förderkennzeichen 01JM1301. URN: urn:nbn:de:0111-pedocs-237367 - DOI: 10.25656/01:23736.
Roth, H.-J., Uçan, Y., Sieger, S. & Gollan, C. (2021). Stichwort: Implementationsforschung zwischen Intervention und Transfer im Kontext von Mehrsprachigkeit und sprachlicher Bildung. ZfE, 24, 775-818.